Sponsoren 2018 Sponsoren 2018

LEONIDEN

<iframe width="100%" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/pXZ6s0A8F0A" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Sternschnuppen: Die Leoniden​ kommen! Wenn man das mal wieder auf spiegelonline ließt, soll man nachts in den Himmel schauen, weil dann blitzt und funkelt das ganz dolle. Wer wissen will, was wirklich dolle blitzt, der sollte zu einem Leoniden Konzert gehen. Da kriegt man eine ordentliche Ladung Energie ins Gesicht. Da braucht man keine Sterne schauen. Zur Not einfach ihre Anfang 2017 erschienene erste Platte auflegen. Darauf gibt es nämlich alles: Schnell, langsam, aggressiv, emotional. Trommelwirbel und Gitarrengewitter peitschen nach vorne, Synthies und Keys spielen schöne Melodien, Frauenchöre singen im Hintergrund. Die Band aus der Pophauptstadt Kiel haben in ihrer kurzen Karriere einiges richtig gemacht und dabei einen von diesen Nerven getroffen, die manchmal rumhängen und nur darauf warten, dass man sie elektrisiert. Achtung Spoiler für die, die sie nicht in der Soho erlebt haben: Wird auch mit Euch passieren.

THE ANGELCY

<iframe width="100%" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/P87-ZBnaaKU" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Wenn du sowohl auf der Fusion als auch dem Haldern Pop gespielt hast, musst du was Besonderes können. Ein besonderer Name wie Rotem Bar Or (der Bandleader) reicht da nicht. Er und seine fünf Mitmusiker*Innen haben sich von Israel aus durch ganz Europa gespielt. Mit einem Sound, der ein Gebräu aus verschiedenen volkstümlichen Zutaten ist. Eine gute Basis aus Folk, etwas Blues, Klezmer, eine Prise Reggae und das alles auf allen Instrumenten spielen zu können, gibt dem ganzen Projekt den letzten Kick. Man sollte sich aber von der Heiterkeit der Musik und der Musiker nicht täuschen lassen. Politik ist bei theAngelcy der fünfte Beatle, und Kritik am eigenen Land nie einfach. Aber Realität ist wie sie ist, auch wenn sie hart ist. Und so singt Rotem lauthals weiter „We are a natural desaster"!

SHACKE ONE

<iframe width="100%" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/7zJxZ7MPuVY" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Bossen & Bumsen sind seine Hobbys. Er ist der selbsternannte King aus Prinzip und Boss der Panke. Und vom Feeling her sind er und seine Nordachsen-Atzen MC Bomber und Achim Funk Lebemänner von Welt, die Berlin Boom Bap Battle Rap mit Nordberlinflows wieder cool gemacht haben. Macht dit erstma nach ihr Spastis. Jo, wat gibt dat da sonst noch zu sagen. Wenn Shacke One sein Punchlinegewitter zündet, wippen Arme und Ärsche automatisch auf und ab. Es ist fast so schön Aggro wie früher in Berlin, kann aber auch 90er-mäßig funkig sein, und damit hat dieser Rapper im Deutschrap Sprachraum seine Nische gefunden. Welche er mit Schmackes ausfüllt, man wird ja wohl nicht einfach so von der Juice mit Busta Rhymes verglichen… was macht der eigentlich, kennt den noch wer? Egal, Hauptsache es knallt.

FIVA x JRBB

<iframe width="100%" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/N4fQoKP4WLQ" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

"Keine Angst vor Legenden" heißt das letzte Album von Fiva MC. Ist Nina Fiva Sonnenberg schon Legende? Auf jeden Fall ist sie jetzt schon einige Platten im Rapgame dabei, ohne richtig eine von diesen Rapperinnen zu sein. Aber wer sind die? Sabrina Setlur? Schwesta Eva? Eben nicht. Fivas Stärke liegt mehr im Texten, als im Posen. Als Poetry-Slam-Meisterin, Autorin, Moderatorin und eben Rapperin weiß sie, wie man aus Worten Inhalt formt, der einen an den Ohren packt. Der einem gute Laune macht und zu dem man eine Verbindung aufbaut. Texte sind ihre Basis und aus diesem Talent hat sie immer was neues entstehen lassen. Diesmal hilft ihr dabei die Jazzrausch Bigband. 20 Musiker legen unter ihre älteren Songs einen solides Fundament aus Hip-Hop, Jazz und Soul und heben das Ganze mit einem einzigartigen Groove auf eine höhere Ebene.
Das Ding im Sommer – die eine Hand hält den Drink, die Andere ist in the air –  auf einer schönen Wiese, das kann nur… wait for it… legendary werden.

OLLI SCHULZ

<iframe width="100%" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/oJTlNHGLmjU" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Vom Hamburger Türsteher und Roadie für Altrocker, über Singer/Songwriter für Liebhaber, Buddy-Tag-Erfinder und Podcast-MC, zur Medienpersönlichkeit. Der in Deutschland weltbekannte Olli Schulz hat Talente, da wusste er früher selbst nicht von, und wenn nicht, macht er es trotzdem. Denn Olli Schulz ist Olli Schulz, und damit, hätten die meisten anderen wohl schon genug zu tun. Aber er steckt das eigentlich ganz gut weck und ansonsten: Pimmelwitz. Natürlich ist er immer immer noch Musiker. Für manche wird er das auch immer bleiben, für die anderen ist er abwechselnd Joko&Klaas oder Jan Böhmermann. Denn schon lange bevor der Glamour ihn anhauchte, schrieb er Songs, ob mit dem „Hund Marie“ oder Solo. Seit einigen Alben unterstützt ihn dabei der deutsche Rick Rubin, Produzent Moses Schneider. Songs die ins Herz gingen, witzig waren, clever oder auch einfach nur gut. Schöne Lieder über Menschen, sich selbst, Probleme und ihre Lösungen. Ohne das es Giesinger-Poiselmäßig banal wird. Deswegen funktionieren seine älteren Alben heute immer noch, und seine Neueren werden das in ein paar Jahren auch noch tun. Sie sind eine Art Mixtape für’s Leben. Als Mixtape beschreibt er auch sein neues Album „Scheiss Leben, gut erzählt“, mit dem er noch kurz auf ausverkaufte Deutschlandtour geht, bevor er Modularpremiere feiert. Auf der Bühne funktionieren seine Lieder nämlich auch. Vor allem in Begleitung seines inneren Entertainers, der sich mit dem Musiker abwechselt. Zusammen präsentieren sie dann Songs, Geschichten und Gags vom Feinsten. Was zusammengehört, gehört zusammen. Wurde nie passender geschrieben, als in dieser Verbindung. Also: Nehmen Sie bitte ihre Plätze ein – Vorhang auf, Manege frei für Showman Olli Schulz.

VON WEGEN LISBETH

<iframe width="100%" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/URKEvZxdgZQ" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Sich nicht so wichtig nehmen ist in Zeiten ewiger Selbstoptimierung eine Qualität, die nicht zu unterschätzen ist. Kann man diese Qualität zusammen mit Witz und Melancholie in Songtexte mitten aus der Studenten-WG umschreiben, dann ist man objektiv ganz cool. Also in Studenten-WGs jedenfalls. Zum Glück haben die Von Wegen Lisbeths rausgefunden, wie man Musik macht, zu der auch die restlichen Hipster tanzen können. Schiebt man diese ganze Gruppe dann zusammen, hat man eine ordentliche Anzahl Leute die deren Indie Pop abfeiern, vor allem auf Konzerten. Indie darf man ja eigenlicht nicht mehr sagen und Pop mag auch keiner. Aber nicht nur der avancierte AnnenMayKantereit-Fan weiß inzwischen, dass die Mucke der fünf Berliner ganz und gar nicht beliebig poppig ist, sondern charmant, feinsinnig ins Ohr und indie Beine geht. Kann man den inneren Analytiker nicht festhalten, hört man Funk raus, ein bisschen Punk, 80er-Sythie-Klänge. Die Hamburger Schule ist nicht weit weg, soundwise. Durchgebrochen sind sie mit diesem Sound – Geheimtipp on a Majorlabel. Auf der ersten Platte sind größtenteils Singles inkl. Mitsingfaktor 3000 zu hören. Weswegen diese Band eine gute Ladung gerechtfertigten Fame vorweisen kann. Das ist nice. Werden auch die alten Grantler merken, wenn vor lauter, glücklicher Indiekids kein Platz mehr vor der Bühne ist.  

ERRDEKA

<iframe width="100%" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/IXKVNHF3l5o" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

eRR ist wieder da, das Warten hat ein Ende. Der Rap-Underdog war im Underground, aber in einem von der kreativen Sorte. Da wo Künstler hingehen, wenn sie auf der Überholspur waren. Das eRRdeKa die Ruhe nutzte um ein paar Technotracks zu produzieren, zeigt nur noch deutlicher, dass er nicht stehen bleiben, sondern sich und seinen Style weiterentwickeln will. Im Fokus: Nothing but music. Wenn dieser Prozess lange dauert, dauert er eben lange. Was zählt, ist auf Platte – SOLO heißt das neue Album. Dafür hat er getextet, Gäste eingeladen, mit seiner Crew produziert, eine lange Tour geplant, alles vorbereitet, damit er sich selber wieder von der Kette lassen kann. Erst deutschlandweit und dann abschließend in der Heimat. Dass Augsburgs finest Rapper das Modular beherrscht, hat er ausreichend bewiesen, ob mit DJ CMYK & Big B bzw. Puppet-on-a-String-Orchester auf der Mainstage oder im Keller hinterm Plattenteller, abgeliefert wird definitiv.

MINE & FATONI

<iframe width="100%" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/PL9KAaF1Yw8" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Treffen sich eine Frau und ein Mann, und wollen zusammen Liebeslieder oder genauer, Lieder über Liebe schreiben. Was beginnt wie ein Witz, ist keiner. Die beiden wirken zwar wie ein altes Ehepaar, sind sie aber nicht. Also weder alt, noch Ehe, noch Paar. Miteinander Songs schreiben, wollten sie trotzdem, diesmal mit einem definierten Thema. Manchmal hat ein Konzept ja auch eine Art befreiende Wirkung, dann weiß man nämlich, was man alles nicht machen muss, man kann fokussieren. Sängerin Mine und Rapper Fatoni haben genau das gemacht. Haben den Blick scharf gestellt, auf das was bei den ganzen Paaren da draußen (und denen die es gerne wären) falsch läuft. Das gemacht, was Psychologen sonst nur bei dumpfen US Präsidenten dürfen: Ferndiagnosen erstellen und veröffentlichen. Natürlich nicht einfach so, sondern mit Charme, Sprachwitz und kluger Beobachtungsgabe. Dazu wurde – hauptsächlich von Mine – Musik produziert, die nicht nur den Hip-Hop-Sound sucht, sondern in dunklen Ecken und auf hellen Plätzen auch Popklänge findet. Ergebnis ist ein facettenreicher Sound, auf den sich Rappen und Singen lässt. Was bleibt noch zu sagen: Die Liebe in Zeiten des Internets hat sich verändert, ihre Risiken und Nebenwirkungen nicht. Fragen dazu, werden von Mine & Fatoni auf schönste Art und Weise beantwortet, ihr müsst nur zuhören – ohne links/rechts swypen.

NEUFUNDLAND

<iframe width="100%" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/YJ48uxAXQAs" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Doppelter Gesang, doppelte Gitarre, beide heißen Fabian. Also wie alle großen Rockbands, nur dass die hier aus Köln kommt. Aber daher kommen ja grad eh alle. Die Jungs wollen natürlich nicht einfach wie alle sein, sondern picken sich die guten Sachen raus, die dieser ominöse Indierock in Deutschland mal konnte, bevor er gestorben ist. Nur weil weil etwas gestorben ist, heißt das nicht, dass es nicht wiederkommen kann (siehe Jesus). Sollte jemand Film Indierock – Die Wiederauferstehung machen, könnten Neufundland hervorragend Soundtrack dazu schreiben. Denn sollten in so einem Film nicht Tocotronic, The Notwist, Turbostaat und PeterLicht auftauchen? Eben. Deutsche Musik kann wieder was und Neufundland helfen definitv dabei, dieses Statement zu manifestieren. Seit kurzem hilft dabei ihr Album „Wir werden niemals fertig sein“. Immer alles ready geht nämlich nicht, auch mal abhängen. Trotzdem gibt’s hier Tracks mit Sprüchen für den Hoody und Melodien zum im Kreis drehen.

WOMAN

<iframe width="100%" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/y5ktRJXV0VY" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Die aktuelle Situation der Welt lässt eigentlich nicht viel Platz für unbeschwertes Dahintanzen. Doch eigentlich will man genau jetzt nichts anderes, als einem lockeren Groove aus der Pop-Parallelwelt zwischen Electro und Disco hinterher zu schlendern. Dass man bei aller Lockerheit auch einen Sinn für schwerere Themen haben kann, beweisen Woman mit Songs, die sowohl den Discoteer in dir anstupsen, als auch den Melancholiker. Aber einer muss ja spielen, wenn das brennende Raumschiff abstürzt. Für den Job hat das Trio aus Köln, mit ihrer ersten Platte Happy Freedom eine hervorglitzernde Bewerbung komponiert. Also scheiß auf die Rettungsboote, get on the floor tonight. Und wenn man dann gerade so am Abstürzen ist, mit wem oder was auch immer, und denkt #sexy, dann könnte das daran liegen, dass der Mann, der schon aus Bilderbuch einen Haufen crazy motherfucker machte, hier auch am Mischpult saß. Die Antwort auf die erste Strophe des Albums ist also klar: „Where you gonna go when the planet erupts?“ - Modular Festival, Woman anhören.

ISLAND

<iframe width="100%" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/eKTv6LfnR7g" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Wenn man Musik macht, die auf der klassischen Besetzung Schlagzeug, Bass, Gitarre und Gesang beruht, muss man schon was können um aufzufallen, außer man läuft in irgendeiner Tierfutterreklame oder datet ein Model. Gerade wenn man, wie die vier Isländer, aus London kommt, wo man meint, Gitarrenmusik erfunden zu haben und aus Prinzip allem gegenüber kritisch ist. Wie erobert man also des Briten Herz? Man setzt schlicht auf Qualität und Konzerte. Rollo, Jack, James und Toby kennen sich schon aus ihren Teenagerzimmern, eingespielt sind sie also, Songs schreiben können sie auch. Ein paar ausverkaufte Konzerte, eine Hitsingle, und noch mehr ausverkaufte Konzerte später, ist man auf dem gleichen New Yorker Label wie Local Natives, Passion Pit und The Drums und musikalisch irgendwo dazwischen. Wenn sie im Wittelsbacher Park aufschlagen wird ihr Debütalbum knappe zwei Monate alt sein, und sie selber natürlich tight as hell.

KEX KUHL

<iframe width="100%" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/4bdKI7Rwbyo" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Wer sich in Augsburg nur ein bisschen mit Hip-Hop beschäftigt hat, der kennt den Mann. Soll aber nicht heißen, dass wir Stuttgarts Homeboy klauen wollen. Er ist eh schon weit über seine heimischen Kreise hinaus bekannt. Hat rübergemacht, nur andersrum, nach Osten, Berlin. Battlerapper war er, zwei beachtliche EPs hat er rausgebracht, und jetzt für das Debütalbum, hat er sich was neues einfallen lassen. Die Klanghaut gewechselt, doch das Gefühl für Text und Reime beibehalten. Alle Rappuritaner, bitte nicht erschrecken, denn ganz klassischer Hip-Hop ist nicht mehr angesagt bei Kex. Um Melodien geht es heuer. So wurde beim Schreiben eine alte Akustikgitarre benutzt und nicht der Sampler oder der 808. "Stokkholm" heißt die Scheibe und ist ein Debüt, das was will. Es bezeichnet sich selbst als Grunge-Rap und soll besonders bühnentauglich sein. What’s not to like?

ÄTNA

<iframe width="100%" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/0JfgH42XgRg" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Hier kommt mal eine junge, hippe, gut klingende und aussehende Band nicht aus Berlin, hier hat sich der Soli gelohnt. Drummer Demian und Sängerin/Keyboarderin Inéz studierten beide Jazz in Dresden und trafen sich klassisch in einer Polonaise auf einer 90er Party. Aber keine Sorge, bei Ätna fliegen keine Löcher aus dem Käse und es erwürgt auch keiner ein Saxofon. Dann klingen sie doch eher nach ihren gemeinsamen 90er-Helden Enya, The Prodigy und Thom Yorke. Kann man das verbinden? Mit Produzent Moses Schneider (Tocotronic, AnnenMayKantereit) kann man alles. Sie klingen mal behutsam, mal hymnenhaft, mal energisch. Moderne Referenzen wären Dillon und Fever Ray, doch Referenzen haben die beiden wahrscheinlich bald nicht mehr nötig. Aber davon überzeugt ihr euch am besten selbst.

HUSH MOSS

<iframe width="100%" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/7GdINtWI4P8" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Hush, Hush, Baby… Ist das schon Sexmusik oder nur sehr mellow R’n’B mit einer menge 70/80er-Retro-Charme? Wir wollen nicht für euch entscheiden, aber beim hören geht einem schon eine Diskokugel auf. Der Israeli Eden Leshem, mit Sitz in Berlin City, hat definitiv den Kode geknackt, wie man was Neues produziert, das wie früher klingt – nur in hip. Man hat Barry White und The Bee Gees in Velour eingenäht und dann Connan Mockasin und Ariel Pink damit zugedeckt. Dann sind wir ungefähr bei Hush Moss. Findet man, dass ein pinker Anzug mit einem Rollkragenpullover darunter etwas kitschig wirkt, sollte man vielleicht lieber umschalten oder relaxen. Optional: Rein in die Slipper, sich dem funky-downtempo ergeben, Augen schließen und die Hüften kreisen lassen. Die Redaktion empfiehlt: Eine Person suchen und sich dabei helfen lassen. Geteilte Freude ist schließlich doppelte Freude, sagt Konfuzius, der alte Roller Disco Experte.

DOT

<iframe width="100%" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/jWsZtyw9xC4" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

DOT, der Augsburger Lord of the Beats, macht Musik für den Homus Kopfnickus. Er ist einer dieser umtriebigen Musiker, Producer, die nie die Idee kriegen würden, sich mal auf die eigenen Hände zu setzen. Wozu auch, es gefällt ihm ja. Beats und Tracks zu basteln, für den allgemeinen Hausgebrauch oder für Rapper, wie bei seinen Projekten Blindspot oder YAWL, für die es einiges an Anerkennung gehagelt hat, und die auf ausgedehnten Europatourneen abgefeiert wurden. Vorher, Nachher und Zwischendrin hat DOT ein paar Beats übrig, aus denen dann schicke Soloplatten werden. Wenn er so ganz alleine ist, hört sich das etwas weniger düster, weniger bedrohlich an. Beats werden lockerer, exotische Samples lugen darunter hervor. Es gibt mehr Soul, mehr Licht, und zwar schon gleich am Anfang des Tunnels. Und genau da solltet ihr auf ihn warten und mit auf seinen Zug aufsteigen.

LUNIR

<iframe width="100%" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/Am5o1UOVVYg" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Die Kombi Mann/Frau ist nichts Außergewöhnliches. Dass der Mann Drums, Synths, und Computer spielt, und die Frau singt und Gitarre spielt, auch nicht unbedingt. Aber die Kombi Augsburg/Edinburgh ist schon etwas ausgefallen. Ausgefallen klingt auch das Genre, das sie sich selber zuschreiben: Future-Soul mit acrobatic vocals und adventourus rhythms. Kennste? Macht nix, klingt fresh, futuremäßig quasi. Merkste dann schon. Soulig ist es auch, und du kannst auch easy dazu dancen. Eine kleine EP haben LUNIR auch schon draußen. Und wie sagt der Sommelier immer: Ein Wein ist gut, wenn man ein zweites Glas will. Genauso ist das mit LUNIR: Mehr bitte.

JOHN GARNER

<iframe width="100%" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/_oz0HIKtYDc" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Die Folkband John Garner heißt bürgerlich immer noch Lisa, Stefan und Chris. Mittlerweile haben sie ein Debütalbum auf die Countryroad geschickt und tragen dies genauso leidenschaftlich, kraftvoll und mehrstimmig vor, wie ihre Lieder davor. Dass man von ihnen sprechen kann, als wären sie schon ewig dabei, liegt an zwei Sachen: Wenige sind hemdsärmeliger, sympathischer, natürlicher als die drei Garners. Und wenige sind mehr in Venues, Bars, Pub, wo-auch-immer-Bühnen unterwegs. Also, wenn ihr Anfang Juni eine Trompete im Wittelsbacher-Park hört, kippt die verdammten Eiswürfel aus eurem Whiskey und klatscht in die Hände.

ALA CYA

<iframe width="100%" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/FjPlqpRym4s" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Still laut und zurückhaltend dringlich. Ala Cyas Songs auf ihrer ersten EP Treasurehunt, mäandern irgendwo zwischen den Polen. Sie sind voller Emotionen, die einen sanft treffen und einnehmen. Behutsam unterstützt von Klavier und Gitarre, kommt sie ganz ohne geheime Tricks aus. Die Stimme ist nämlich keiner, die ist ganz offensichtlich. Klar und gefühlvoll liegt sie im Ganzen und schiebt sich einem beharrlich in die Sinne, strahlt dort das aus, was Ala Cya auf ihren langen Reisen gefunden hat. Eine weitere Wahl-Augsburger Musikerin, die sich mit viel Arbeit, beharrlichem Engagement und Talent, in die neue, junge und vielversprechende Musikszene gespielt hat, und deswegen natürlich auch: Willkommen auf dem Modular Festival. 

TIRED EYES KINGDOM

<iframe width="100%" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/TpbBJVy-xSw" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Die Sängerin dieses Quartetts, Isabel Pabst, war schon auf dem Modular, ihr neuer Sound noch nicht. Vorfreude ist wegen beidem angebracht. Sie ist jetzt Teil einer Band, die geografisch aus allen Ecken kommt, sich jedoch beim Studium in Bochum (of all places) traf, um dort musikalisch zu Tired Eyes Kingdom zu verschmelzen. Als diese produzieren sie Klangflächen, die hier das Fundament für schleppende Bässe, elektronisches Gezirpe und Gezupfe bilden. Dazu Gesang, der diese besondere Mischung aus verletzlich und stark ausstrahlt, und ein Gefühl zurück lässt, dass da was unter der Oberfläche lauert. Ohne schlechtes Gewissen kann man das Trip-Hop nennen. Kopfhörer Musik, die man sich gerade deswegen live anhören sollte. 

RAPATOI

<iframe width="100%" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/1c9Yp7N3caE" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Seit den 90ern sind die fünf Augsburger am Mic bzw. an den Plattentellern unterwegs bis das Herzblut tropft. Beginner ist hier also keiner, aber genau die und die anderen 90er Sterne Deluxe hört man easy raus. Aber war ja auch ein lässiger Sound damals, als Deutschrap mal eben so erfunden wurde, noch nichts mit Ghetto und Gangster zu tun hatte und Soundcloud noch Nerdfanatsie war. Rapatoi kann klassische beats, Soul und Spuren von Elektronischem enthalten. Geschult auf der Battlerapbank, wissen die Jungs wie man verschiedene Themen zu verschiedenen Beats findet und mit dem richtigen Flow zu Hip-Hop verarbeitet. 

POLAROYDS

<iframe width="100%" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/36t-EO8Kx18" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Match made in heaven möchte man schreiben, nachdem man diesen Winter ihre erste Single hörte. Die schlug auf Spotify so hohe Wellen, dass es bis in die Top-10 der Viral Charts ging und auch lässig Maria Careys alte Weihnachtsschlager überholte. Stacia und Wunderwald kommen eigentlich aus unterschiedlichen Richtungen, aber so vereint wie hier, kommt das Potential der beiden jungen Musiker nochmal ganz anders zum Tragen. Weniger Singer/Songwriter Sound von Stacia, weniger House von Wunderwald. Zack, hervorragende Idee. Findet auch Puls und featured erstmal ihr schickes Video. Back to the sound: Es ist stilechter elektronischer Pop, genau ins Schwarze produziert. Hier hat jemand hörbar einen Plan und das Können. Deswegen haben die großen Labels auch schon angeklopft, eine erste EP erscheint bald, und dann wird die Welt erobert. 

TROY OF PERSIA

Der junge Sänger Persia landet im Troja Deutschlands: Augsburg. Eine Entdeckungsreise durch vergangene und verwunschene Straßen, Hinterhöfe und Weinkeller beginnt. Wenn man in dieser Stadt auf solch einer Reise ist, und der Antrieb ein musikalischer ist, trifft man früher oder später auf Producer und Bassist Girisha Fernando, der in Augsburg von Clubs über Festivals und Bands schon einiges erfolgreich vorangetrieben hat. Zusammen erkunden sie die Schattierungen zwischen NeoSoul, Jazz und klassischem Songwriting. Entlang der verfallenen Stadtmauer schliessen sich Kilian Bühler und Jochen Helfert mit Drums, Synths und Fender Rhodes an. Gemeinsam bilden sie die Gruppe Troy of Persia. Eine Reise endet also hier, eine andere beginnt: Nämlich die der Songs, die jetzt um die Welt ziehen und ihre eigene Geschichte erzählen werden.

J. BERNARDT

<iframe src="https://player.vimeo.com/video/219066844" width="100%" height="360" frameborder="0" webkitallowfullscreen mozallowfullscreen allowfullscreen></iframe>

Das ist mal wieder so ein Sound, den man unbewusst vermisst hat, wenn man ihn hört. Erzähl mir mehr! Bei Jinte B. Deprez kommt man nicht drumherum zuerst seine Hauptband zu nennen, die Kenner kennen, Balthazar heißt und in Gent (Belgien) zu Hause ist, wie er. Das war’s dann aber auch mit den Gemeinsamkeiten. Fast. Seine zurückgelehnte Stimme, die klingt, wie Babycord sich anfühlt, ist mit dabei. Sie schmiegt sich gefühlvoll um den smarten R’n’B auf seinem ersten Album, das zwar „Running Days“ heißt, aber nach „Swagger Night" klingt. Trompete hier, Streicher da, hektisch wird es bei Bernardt nicht, da wird sich eher nochmal ein J angezündet und zurückgelehnt. Definitiv Musik für den Sonnenuntergang.

Coming Soon 

TRETTMANN

<iframe width="100%" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/c4xvNpAlsws" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Das Wendekind Ronny Trettmann wuchs, umgeben vom grauem Beton und DDR-Tristesse, in Karl-Marx-Stadt auf. Plötzlich hieß es dort Chemnitz – willkommen in der BRD. Was macht das mit einem? Bei Tretti mündete es in der Musik. Westradio und Muttis Plattensammlung gaben die Richtung vor. Er macht sich mit Reggae und Dancehall einen ersten Namen. K.I.Z. und Kraftklub wurden ebenso aufmerksam, wie die Leude. Aber so richtig krachen sollte es trotzdem noch nicht. Er hat trotzdem weiter dran geglaubt. Erstmal seine Crew ausgebaut, zusammen mit den Produzenten Kitschkrieg den Sound angepasst, EPs rausgebracht, Hörer gesammelt. Mit a little Help from seinen Friendz Bonez MC, RAF Camora, Haiyti, Joe Bargeld und auch Marteria und GZUS, Tracks produziert. Ansehnliche Liste, wenn man sich in der deutschen Raplandschaft nur etwas auskennt. Zusammen haben sie jedenfalls den musikalischen USA-Megatrend Trap ins Deutsche übertragen. Aus Deutsch-Rap wurde Deutsch-Trap. Berichte aus dem mittleren Großstadtdschungel und dem Rapperalltag, wo nicht jede Kette die glänzt, auch aus Gold ist. Zwischen Bling sagen und Bling tragen, liegt nämlich Arbeit. Angst vor Arbeit hat die Trettmann Gang bestimmt nicht und so wurde selber angepackt und sein Album #DIY kam raus, sah und siegte. Der Protagonist des ganzen ist jetzt da, wo er immer hinwollte, an der Spitze. Aufs Modular kommt er jetzt auch, also rankommen und #abriss.

KIYO

<iframe width="100%" height="360" src="https://www.youtube.com/embed/i7N-KdH4OJw" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Mannheim ist schon mal der richtige Ort um Musik zu machen, die gehört werden soll. Bei Kiyo geschieht das nicht um jeden Preis. Man hätte um ihre selbstgeschrieben Texten und Melodien wohl auch ein dickes Plastikgehäuse bauen können, und dann gäbe es jetzt ein Stück Musikmassenware mehr. Hat man aber nicht. Sie und ihr Produzent Rolf Munkes, bauten lieber ein luftiges, zartes und spielerisches Holzgebilde als Aufbewahrungsort für die Lieder, die sich aus den Gedankenspielen und Erlebnissen Kiyos herauskristallisieren. Die Stimmungslage ist heiter bis wolkig. Sensible Texte zur akustischen Gitarre, Streichern und Klavier, mit Einflüssen von Nick Drake, über Bon Iver bis zu Chopin. Das Holzgebilde wurde zum Album namens Parting Lights, und ist handgemachte Musik voller Hoffnung und Seele.

JOHNNY RAKETE

<iframe width="100%" height="360" src="https://www.youtube.com/embed/wZGsgDRXDNA" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Johnny wird nicht zu Nahe getreten, wenn wir seinen Style als Stonermäßig bezeichnen. Sowohl was das Aussehen als auch die Musik betrifft. Auf jeden Fall hat der Boy Rakete ordentlich Swag getankt und ist dann direkt in die Umlaufbahn der 90er geflogen, mit dem Motto Ganja ist die Lösung für alles. Wer jetzt meint das stört den Düsenantrieb, der irrt. Johnny ist Stammgast auf aller Herren Battlerapfields und zieht da sein Ding gewinnermäßig durch. Das macht Laune, geht ins Blut und ist authentisch. Abnehmen tut man ihm seinen Style nämlich, Rap bedeutet bei ihm gut abgehangene Samplescheiben, Wortwitz und Flow. Seinen Vorsprung durch Technik setzt er gekonnt aufs Spiel und wenn es dann rien ne va plus heißt, hat er dich gewonnen. Aber der Preis ist hot und läuft unter “Mach's gut und danke für den Fisch“. Das Album lässt dich Sonne sehen wo Regen ist. Falls die Sonne blenden sollte, setzt euch ein grünes Nasenfahrrad auf die Nase, und denkt dran, die Antwort auf alles ist 42.

LUX & CAP KENDRICKS

<iframe width="100%" height="360" src="https://www.youtube.com/embed/YqsYNHVQOhs" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

HipHop wie bei Muttern und Powernap als Prinzip. Als Prinzip für alles, wenn alles Musik ist. Jedenfalls ist das bei Rapper LUX und seinem Produzenten Cap Kendricks so, der unter anderem auch bei Johnny Rakete, Edgar Wasser und Fatoni seine Schläge fallen lässt. Allzu hektisch wird es bei diesem Duo nicht, Hektik ist nicht cool. Dass man deswegen aber nicht versacken muss, beweist LUX auf mittlerweile zwei LPs und drei EPs. Und Shows im gesamten deutschsprachigen Raum haben für genügend Hornhaut auf den Stimmbändern gesorgt. Heute kann man abhängen und Profi-sein kombinieren. Nicht immer alles auf Anschlag, sondern mal in sich hinein hören oder einfach zuhören. Dann kriegt man ein paar deepe Messages serviert, smarte Themenvielfalt die nicht langweilt, mit Instrumentals die traditionell nice sind. Das ganze Ding geht also auf, hat Dynamik und das wird auf der Zeltbühne nicht anders sein.

ILGEN-NUR

<iframe width="100%" height="360" src="https://www.youtube.com/embed/qbkUMz_N6Wk" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Die Stimme einer Generation! Ist vielleicht etwas hoch angesetzt, aber belassen wir es einmal dabei. Die bevorzugten Stimmen dieser Musikerin jedenfalls, sind Bands wie Sonic Youth, Courtney Barnett und Kate Nash. Die Musikerin selber heißt Ilgen-Nur und ist wie ihre erste Single und erster „Hit“ heißen: Cool. Besonders bei ihren Gleichgesinnten, ihrer Zielgruppe quasi. Und die hat sie bis jetzt ganz gut erreicht. So wie zu Hause in Benztown, da hat sie ein Prachtexemplar an Unangepasstheit gefunden. Nämlich Max Rieger, bekannt durch Die Nerven und zahlreiche andere Projekte. Der hat dann gleich ihre erste EP „No Emotions“ produziert. Emotionen sind aber in ihren Liedern vorhanden, dazu leicht schrammelige Slackergitarre und kluge Beobachtungen aus dem Struggle und Alltag einer Anfang Zwanzigjährigen, die sich gegen Klischees, Langeweile und genau jenen Alltag währt, von dem alle Umgeben sind und der von den meisten brav akzeptiert wird. Dann lieber Umzug nach Hamburg und cool mit den anderen Uncoolen sein. Davon gibt es dort oben wohl etwas mehr, und die Scene hat schon einige Lost Souls dorthin gelockt. Z.B. Dirk von Lowtzow von den Übervätern Tocotronic. Die wissen, wenn sie eine Weggefährtin hören, und haben sie deswegen auf ihrer kommend Tour zu der ihrigen gemacht – #ritterschlag. Danach geht es dann alleine auf die schönen und schönsten Festivals dieses Landes.

KING PIGEON

<iframe width="100%" height="360" src="https://www.youtube.com/embed/3OOuCjzUFXM" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Vier Münchner Buam mit dem Herz am rechten Fleck, ebenso geeignet als Schwiegersöhne, wie für lange, wilde und schwitzige Nächte im Atomic Café, als es das noch gab selbstverständlich. Denn diese Institutionen, die so viele musikalisch erzogen hat, musste seine Türen vor kurzem schließen. Doch die good old Atomic-Mucke lebt weiter, obwohl der Indierock ja schon für tot erklärt wurde. Und wir hier reden nicht von künstlicher Beatmung oder sowas, sondern von ehrenamtlichen Notärzten die mit Schlagzeugen, Gitarren, Bässen, und dem ein oder anderen elektronischen Spielzeug das Rockherz massieren und am Leben erhalten. Denn nicht alle wollen ihre durchgelatschten Dancingshoes an den Nagel hängen und nur noch Yeezys tragen. Deutlich mehr als einen Angels’ Share, haben King Pigeon daran. In ihrem Giesinger Proberaum schrauben sie Songs zusammen, die auch 2005 schon funktioniert hätten. Nun gibt es sie heute und das ist auch gut so. Zackige Gitarren, treibendes Schlagzeug und eingängige Melodie, lassen nur eine Frage offen: Ob sie sich nicht lieber Rock Pigeon (gibt’s wirklich) hätten nennen sollen, aber das können sie dann im Sommer auf der B-Stage erklären.

NAKED SUPERHERO

<iframe width="100%" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/RroxGKzacxg" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Was klingt wie die Fantasie von Comicsammlern und -Nerds ist eine Band, die es sich fest vorgenommen hat, dass sich ihre Fans während des Musikgenusses, bestimmt nicht mit Lesen, sondern mit schweißnassem Tanzen und Rumspringen beschäftigen. Damit dieses Versprechen eingehalten werden kann, pimpen sie ihren, ohnehin schon animierenden, Punkrock mit Posaune und Trompete und sind dann mal eben ein Sextett. Weil das noch nicht zu viel des Guten ist, gibt es noch wirkungsvoll eingesetzte spanische Rapeinlagen. Zwei Alben sind draußen, NO PANTS, NO PROBLEMS heißt das neue, und das wird es ihnen nur noch leichter machen, die Menge in Brand zu setzen.

ZACH MATHIEU

<iframe width="100%" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/-PVFXZYpJPc" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Falls man sich an dieser Stelle wundern tut: Ja, es gibt Menschen die Zach Mathieu heißen und mit dieser Band hier nichts zu tun haben, sondern Baseball spielen oder in Käfigen kämpfen. Jedem das seine, wir halten uns dann lieber an Julius, Andreas, Matthias und Dominik aus der Hauptstadt des Spargels. Mit gemütlichem Spargelessen, hat die Musik der vier aber nichts weiter zu tun. Bei den Jungs geht es im besten Stile von (Post-) Hardcore und Alternative Bands wie Thrice bzw. Jimmy Eat World vorwärts. Sie bedienen sich aus verschieden Töpfen, die alle eines gemeinsam haben. Schnelle Gitarren und stampfende Rhythmusabteilung mit ordentlich Energie und Herzblut. Das Debütalbum High & Lows ist seit letztem Herbst draußen. Vorher schon ging es durch den gesamten deutschsprachigen Raum und sogar in den USA wurden bereits Bühnen gestürmt. Höchste Zeit sie in Wittelsbacher Park zu bitten.

ACE TEE & KWAM.E

<iframe width="100%" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/-n7toRFqURk" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Hamburg war immer das Tor zur Welt. In Hamburg gab es auch mal eine Periode, da kam dort der der dopeste deutsche Hip-Hop her. Doch erst Tarin Wilda schaffte es letztes Jahr beides zu verbinden. Ihr eher so just for fun aufgenommener Track „Bist du down“ und das dazugehörige Video erreichten Klickzahlen jenseits der Schallmauer, Twitter trug das Ding dann einmal um die Welt. Instant Kultstatus. Schwergewichtsmedien wie The Fader, NPR und der Guardian teilten, schrieben, waren kaum noch einzukriegen. Und jeder Bericht, jedes Review begann mit: „Die wenigsten hätten wohl gedacht, dass wir mal über deutschen Hip-Hop und R’n’B, dazu noch auf Deutsch, schreiben würden.“ Taten sie aber und das verdammt nochmal zu Recht. Ace Tee und Feature-Partner in Crime Kwam.E haben den richtigen Vibe zu richtigen Zeit. Viele versuchen die Neunziger-Nostalgie-Welle zu reiten, aber die beiden beherrschen das ganze Meer. Sound und Look, alles smooth, alles tight. Als Teenie ging Ace zum Gottesdienst, hat ihre Hausaufgaben in der Sunday School gemacht, aber dabei liefen 2Pac, Bobby Brown, Miss Eliott und Aaliyah in heavy Rotation. Deren Groove schlich sich in ihr Leben und war gekommen um zu bleiben, bis sie ihn in ihren eigenen Songs und Beats wieder freiließ. Die Singles und die EP Tee Time schlugen ein, und Brands wie Highsnobiety, Nike und H&M zu, jeder wollte dabei sein. All der Hype und Erfolg wurde im Hause Tee aber ganz easy aufgenommen, und jetzt wird getourt, aufgenommen und gefeiert. Be there or be square.

EVE LAMELL

<iframe width="100%" height="360" src="https://www.youtube.com/embed/4yTUP07twLQ" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Eva Lamell hat ein dieser Stimmen, die mit elektronischer Musik, perfekt zusammenpassen und dabei wie ein weiteres Instrument funktionieren. Ob der Track minimalistischer ist oder Beatlastig nach vorne geht. Als Sängerin für Produzenten und DJs hat sie zahlreiche dieser Tracks veröffentlicht und sie bis in Dance Charts getrieben. Jetzt kommen auch eigene Songs dazu: Nicht mehr nur als Sängerin, sondern auch als Songwriterin, Produzentin, gehaltvoll unterstützt vom früheren Drummer von Anajo. Groovige Beats, kühle Synthies und eingängige Melodien vereinen sich hier, zu elektronischen Popsongs, die auch dem Dancefloor nicht abgeneigt sind.

CLIENT LIAISON

<iframe width="100%" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/8XnyF-tDia4" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Könnte George Michael noch telefonieren, er hätte wahrscheinlich bei Harvey Miller AO und Monte Morgan angerufen und seine Anzüge zurückverlangt. Tja… jetzt könne sie die anbehalten und weiterhin an ihrer Sprezzatura arbeiten – Anstrengendes, leicht aussehen zu lassen. Sagen wir so, hätten die beiden bei Miami Vice im Hintergrund gestanden, es wäre keinem aufgefallen. Sie hatten aber besseres zu tun, nämlich mit ihrem aufgeregten, schillernden 80er Dance-Pop auf Hauspartys und in Warehouses in Melbourne auftreten. Die Keyboards blubbern, die Vocals gehen hoch und höher und die Pet Shop Boys lassen grüßen. Aus feinster Seide spinnt Client Liaison ihre Songs und weben dabei gekonnt House, Techno, Pop und Balladen, zu gleichen Teilen, ein. Der nächste Tanz gehört ihnen, egal ob Damen- oder Männerwahl, obwohl es nicht mehr 1988 ist. Hier wartet ein Gesamtkunstwerk, und wer in Stimmung kommen möchte, oder Stilberatung für die nächste Folge Shoppingqueen sucht, dem sind die corny Videos empfohlen (allen anderen auch). Wir können es kaum erwarten, bitteschön Mr. Miller und Mr. Morgen: 
Play that funky music / Play that funky music white boy!

AFROB feat. TRIBES OF JIZU

<iframe width="100%" height="360" src="https://www.youtube.com/embed/U1sKXeSm4SU" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Es gibt einige neue Hip-Hop Acts beim Modular, und einige noch neuere. Doch alle haben sie eines gemeinsam, sie haben irgendwann ein Afrob Album gehört (ließ: gefeiert) oder zumindest eines an dem er beteiligt war. Er ist eine Legende in diesem Game, die mit allen anderen Legenden, wie Samy Deluxe, Ferris MC, Freundeskreis, Fanta 4, und wem nicht noch alles, dicke war und ist. Denn, dass er und die anderen es immer noch drauf haben, zeigen sie auf der neuen Platte „beats, rhymes & mr. Scardanelli“, zu der Robbe einige alte Homies eingeladen hat. Denn Unkraut vergeht nicht, wie Dendemann sagen würde. Und genau das, trifft auch auf die alten Hits von Afrob zu. Das die Platte, trotzdem nicht einfach einen Greatest-Hits-Aufkleber bekommt, hat folgenden Grund: Tribes of Jizu, die einzig richtige Hip-Hop-Band Deutschlands. Die fünf Regensburger spielen auf ihren „Loop Sessions“ Beats von z.B. J. Dilla, Madlib oder Suff Daddy nicht einfach nur nach, sondern geben ihnen einen neuen Anstrich, der den Denkmalschutz ehrt. Bei diesen Sessions lernte auch Afrob die herausragenden musikalischen Fähigkeiten der Kombi kennen, und long story short: Sie interpretierten Afrobs Songs neu und er rappte drüber. Mal freier, mal dichter am Original. Das so ein Live-Best-of auch live funktioniert, müssen wir wohl keinem in den Kopf prügeln, das versteht sich von so. Also „Ruf deine Freunde“ an und gebt euch eine Dosis Reimemonster mit Band.

DESERT SOULS

Sommer, Sonne, Kaktus! Die Philosophie dieser jungen Augsburger Garagerock Band klingt wie Helge Schneiders letzter Hit. Lange Haare und dumme Sprüche haben die Jungs ebenfalls mit dem deutschen Kult-Komiker gemeinsam, musikalisch gehen sie einen anderen Weg. Instrumental führt dieser zu sandigen Surfstränden an der Westküste der Vereinigten Staaten: Treibende Drums, groovender Bass und Twang-Gitarren mit ordentlich Federhall und Verzerrung durch rauen Fuzz lassen auch die rostigsten Hüften wieder schwingen. Im Gesang findet man dagegen britische Einflüsse mit tiefgründigen Themen. Schließt euch der Karawane an und lasst euch von diesen fünf Seelen durch die Wüste führen.

GO GO GAZELLE

<iframe width="100%" height="360" src="https://www.youtube.com/embed/WGR4h3fLTq8" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Eine Band die einmal zwei Bands war. Aber was Vergangenheit ist, soll manchmal auch Vergangenheit bleiben. Den berühmten Mund abwischen und weitermachen. Das haben sich auch die drei Mitglieder von Go Go Gazelle gedacht, als sie letztes Jahr ineinander gefallen sind. Als sich der Staub gelegt hatte und man wieder aufrecht stand, überkam sie das Gefühl eine neue Band zu sein. Eine klassische Rockband die aufrütteln will. Schluss mit Netflix’n’Chill, links, zwo, drei, vier und Go Go Gazelle! Scharf geschliffene Punkbesetzung, deutsche Texte; bitte, danke. Ihre erste EP „Schleuder“ wurde übrigens in der Kantine aufgenommen und heißt Schleuder (evtl. hat die Band hier einen Programmhinweis versteckt). 

SHOLA

<iframe width="100%" height="360" src="https://www.youtube.com/embed/GG1W_Rrdq-M" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Wir hatten schon junge Künstler auf dem Modular. Aber eine Zwölfjährige (12!) noch nicht, jedenfalls nicht auf der Bühne und erst recht keine, der man das nicht gleich anhört.

Shola heißt sie und aus Augsburg kommt sie. Singt auf Deutsch, Englisch und Französisch. Mal kraftvoll, mal eher sanft, doch immer mit Leidenschaft und viel Liebe zur Musik.

MARZ & DIE BIXTIE BOYS

<iframe width="100%" height="360" src="https://www.youtube.com/embed/ezyc5_jYJrM" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Noch ein Rapper aus Green-Stuggi im Programm. Marz hat zuletzt ordentlich Dampf gemacht, und zwar nicht nur im übertragenen Sinn. Er hat nämlich richtig geackert und z.B. Moop Mama und Edgar Wasser auf deren Tour supportet, nebenher noch seine Mixtapetriologie mit „Hoes. Flows. Flamingos.“ vervollständigt und obendrein sein Debütalbum „I Love 2 Hate“ unters Volk gebracht. Mit diesem zieht er jetzt um die Häuser. Dabei ist er nicht alleine und er hat auch nicht nur einen DJ dabei, sondern eine waschechte Jazz Big-Band. Nein. Doch. Wie, echt? Ja, und das kam so: Im BIX Jazzclub, gab es Liebe auf den ersten Ton. Also spielten die Bixtie Boys auf der Platte mit und sind, zusammen mit Produzent Kova, für diesen eleganten Sound aus Beats und Jazz verantwortlich, bei dem man nicht mehr hören kann was Sample und was Live ist. Es groovt und swingt jedenfalls ganz wunderbar – eine reine Symbiose. Und so eine Symbiose soll nicht nur im Studio ihren Auftritt haben, sondern am liebsten in ihrem natürlichen Habitat, der Bühne. Deswegen kommt der ganze Haufen vorbei und zeigt euch, was man aus Hip-Hop und Instrumenten alles zaubern kann.

ROBERTO BIANCO UND DIE ABBRUNZATI BOYS

Die Augsburg-City All-Star Band möchte man sie nennen, bestehen sie doch eigentlich nur aus funkelnden Sternen der hiesigen Bandszene, mit einem Faible für das, was Italien ausmacht: La dolce vita. Die Schürzenjäger um Seniore Bianco schwelgen nur so in Amore, ob ihre Tanten die nun irgendwo gemacht haben oder nicht. Mit einem kühlen Glas Vino in der Hand, lässt sich doch eh alles ertragen. Besonders wenn dieses grande Orchestre in die Vollen greift und seinen charmanten Schlager wirken lässt. Dann träumen wir uns auf die Piazza, tanzen barfuß in die Nacht, und anschließend Skinny Dipping im Augustusbrunnen. 

REBELS OF THE JUKEBOX

<iframe width="100%" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/M4zGh7gpDIg" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Seit sieben Jahren spielen sich die Augsburger schon von Bühne zu Bühne und was mit einem Akustikalbum anfing, kulminierte nicht nur in einem ausgewachsene Album voller Strom in den Instrumenten, sondern auch mit der Eröffnung des Southside Festivals letztes Jahr. Ein deutliches Ausrufezeichen in der Bandkarriere, das den Rock, der durch die Adern der fünf Rebellen fließt, nur noch kräftiger werden ließ. Ob eingestöpselt oder unplugged, ihr Markenzeichen sind die beiden charakteristischen Stimmen an der Front. Caro und Ben harmonieren gekonnt und zusammen geben sie den tanzbaren Songs mit Folkeinflüssen das Extra an Dynamik und Power, dass sie zu dem macht, was sie sind: Rebels of the Jukebox.

 

TANJA KITZBERGER

<iframe width="100%" height="360" src="https://www.youtube.com/embed/HmsNE2PXEwo" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Wie es sich gehört, startete Tanja Kitzberger ihrer Karriere in den Fußgängerzonen des Umlandes. Ihrer Stimme hört man den Konkurrenzkampf der Straße an. Kraftvoll, Ausdruckstark und etwas heiser. Anders ausgedrückt, sie hat Soul. Ein Klang den man meistens mit Ladys wie Janis Joplin vergleicht und diesen Vergleich fürchtet sie nicht. Musikalisch ist es irgendwo auf der buckeligen Landstraße zwischen Blues und Country, und die führte sie auch schon auf die Kegelbahn des Provino. Das lokale Gütesiegel des Underground hat sie also schon bekommen, fehlt nur noch die Modulartaufe und die kommt als nächstes.

KID SIMIUS

<iframe width="100%" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/B1IFy1NU-6I" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Kid Simius verbindet in seiner Musik das lässige, sonnige und melodische seiner Heimat Spaniens mit dem kühlen, rhythmischen und elektronischem seiner Wahlheimat Berlins. Musik macht er, seit er als Kind Lou Reed hörte. Von dort ging es in die deutsche Hauptstadt und mehr oder weniger direkt in den Schoß und an die Regler von Materia und dessen alter-ego Marsimoto, mit denen in Deutschland er mittlerweile alles abgerissen hat, was es abzureißen gibt. Dass da, aber noch mehr versteckt ist, zeigte er nicht nur letztes Jahr mit seinem Projekt mit Bonaparte als Mule & Man, sondern auch auf seinen drei Soloalben. Beats und Bässe pumpen einem aus den Lautsprechern entgegen, Keyboard-Melodien und Soundschnipsel verbreiten dazu gute Laune, genauso wie José Antonio selber. Denn niemand sieht Knöpfchen drehend und Tasten drückend glücklicher aus, als unser Lieblingspanier. Demonstriert hat er das schon auf den größten Festivals Europas wie Melt!, Benicàssim und Sziget. Es hat sich rumgesprochen: Wo er ist, ist die Party! Nicht umsonst, hat er der neuen Single The Flute Song mit Paul Kalkbrenner himself zusammengearbeitet und sich da auch gleich mal einen Remix rausgelassen (Anhören, bitte!). 
Poliert schon mal die Knicklichter, klatsch die Händchen warm und wickelt euch bunte Tücher um die Köpfe. Alles ist erlaubt, alles ist erwünscht, alles auf Anschlag, wenn Kid Simius auf dem Modular einstöpselt.

RAZZ

<iframe width="100%" height="360" src="https://www.youtube.com/embed/SHbGSoQy1I8" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Vier Freunde, die gemeinsam im Kindergarten waren, spielen heute auf dem Hurricane oder Lollapalooza oder auf dem Modular. Razz ist eine Band aus dem beschaulichen Emsland und einen der häufigsten Kommentare den sie kriegen, hat mit ihrem jungen Alter zu tun. Ihr Debütalbum kam 2015, da waren sie noch Teenager, letzten Herbst erschien die zweite Platte, „Nocturnal“ und sie sind immer noch jung. Das man ihnen das höchsten ansieht, verdanken sie einem Sound, der deutschen Rockbands oft schwerfällt. Sie können das kanalisieren, was klassische Indiebands vor 10 Jahren machten, und mit modernen Strömungen verbinden. Frühere Vorbilder sind Ikonen wie Editors und Interpol, heutige, Acts wie Two Door Cinema Club oder Kings of Leon. Bei denen könnten sie auch ohne weiteres im Vorprogramm spielen. Es gibt nach vorne drängelnde Stampfer und schnellere Balladen – Ohrwurmpotential gibt es hüben wie drüben. Genauso wie sie die Qualität haben, heutige Generationen vom Indierock anno 2017 zu überzeugen. Nicht alle Kids wollen EDM und Trap. Erkannte auch der Producer von Nocturnal, Stephen Street. Ein Mann der schon bei den Kaiser Chiefs, The Smiths und Blur an den Reglern saß. An Referenzen und Erfahrungen mangelt es hier also nicht, an auszufüllenden Fußstapfen auch nicht. Doch Razz haben genügend Euphorie, Leidenschaft, Überzeugung und Talent sowieso, um sich in diese hineinzuspielen.

SAN ANTONIO KID

<iframe width="100%" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/s7-vWIlb13w" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Den vier Halunken von San Antonio Kid spielt so schnell keiner das Lied vom Tod. Eher schallern sie dir vier Akkorde für ein Halleluja um die Ohren, dass dir der Kopf wackelt. Denn sie sind und bleiben die schwäbischen Surf-Meister des lässigen Americana. Die Gitarren dengeln, Schlagzeug und Bass rumpeln auf und davon und die spröden Vocals hängen sich trocken darüber. Keiner muss die guten alten Tage vermissen. Beim Zuhören beamt man sich einfach zurück in das Golden Age zwischen den 60ern und 70ern und macht es sich in einem klassischen Spaghettiwestern bequem. Das Debütalbum ist zwar schon zwei Jahre alt, aber im April erscheint eine neue Single – es riecht nach neuer Platte, wenn wir uns nicht irren. Eine stramme Session werden sie auf jeden Fall aufs Parkett legen.

WHOMADEWOHO

<iframe width="100%" height="360" src="https://www.youtube.com/embed/L0x76MwK-II" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Schubladen braucht man bei WhoMadeWho gar nicht erst aufmachen, aber vielleicht eine riesige Kiste für die besten Live-Bands der Welt. Seit fast 15 Jahren touren sie energiegeladen und unermüdlich um den ganzen Globus. Spielen auf griechischen Inseln, amerikanischen Wüstenfestivals und mexikanischen Raves oder in Alpenhütten auf der Zugspitze. Kein Weg zu weit, keine Bühne zu schief, für Jeppe Kjælberg, Tomas Barfod und Tomas Høffding. Sie selber bezeichnen sich als dummes Rocktrio, das mit Gitarre, Schlagzeug und Bass, mehr als ausreichend ausgestattet ist. Auf ihren Alben schleichen sich jedoch immer mehr elektronische Sounds in die Songs. Diesen Prozess kann man sehr schön auf dem gerade erschienen sechsten Album „Through The Walls“ erleben, mit dem sie diesen Sommer auf Europatour gehen. Mehr Fokus auf Melodie und Stimmung, statt four-to-the-floor, obwohl die Landsleute vom Technoduo Kenton Slash Demon mitproduziert haben. Doch von dem ambienten Eindruck sollte man sich nicht täuschen lassen, denn es herrscht strikte Gewaltenteilung zwischen Studio und Bühne und wenn einer Songs in Richtung dancable transformieren kann, dann WhoMadeWho. Es wird ihr dritter Auftritt in Augsburg werden und der zweite auf dem Modular. Sie werden sich nicht zurückhalten und das müsst ihr auch nicht. Lieber solltet ihr eine extra Runde auf dem Laufband einlegen, um fit for fight zu werden.

TALISCO

<iframe width="100%" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/BX46jIhkoQo" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Man könnte meinen, dass sich hinter Talisco eine größere Band verbirgt. Doch eigentlich ist es nur der französische Multiinstrumentalist Jerome Amandi. Der mit Gitarre anfing und dann Geschmack für alles andere, von Synthesizern bis Drums, entwickelte. Mit denen und allerhand Maschinen zog er sich in sein Heimstudio zurück und setzte Song für Song, Stück für Stück zusammen. Für den letzten Funken Inspiration zog er nach Los Angeles, um sich etwas California Feeling für die neue Platte „Capitol Vision“ zu besorgen. Was mit bissigen Gitarren und anderen analogen Geräten begann, endete in großorchestrierten Liedern, von denen mache schon als kleine Hymnen durchgehen. Es wurde einfach mal dick aufgetragen, anstatt sich mit dem klassischen Singer/Songwriter-Sound zufrieden zu geben. Beim Auftragen half auch der Produzent und dreifache Grammygewinner Jaycen Joshua, der schon Jay-Z, Justin Timberlake und Little Dragon beim abmischen half. Die Zeit der Kompromisse ist vorbei, die von Talisco hat begonnen.

CASSIA

<iframe width="100%" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/QZ4BTZ0JVRA" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Eine Kleinstadt, ein paar Instrumente, ein paar Jungs. Immer wenn englische Medien sich wegen einer Band überschlagen, muss man die Lauschlappen ausklappen. Die einen vergleichen sie mit den frühen Vampire Weekend und Bombay Bicycle Club, die anderen sprechen von einem tropical indie Trio. What auch ever, in ihren unbekümmerten Indie-Rock, peppen sie mit Afro- und Calypsoklängen und Harmoniegesängen auf. Unbekümmerte Sommermusik für den Tanzboden. Funktioniert nicht nur auf der Insel, sondern auch in einer Indiedisco near you.

ALINEA

Das 4-köpfige Newcomergetüm Alinea hat es sich zum Ziel gesetzt, ihren Alternative-Rock in der Welt zu verbreiten. Nachdenkliche Texte untermalt durch melodische Gitarrenklänge, druckvolle Bässe und eine voll aufgeladene Schlagzeugbatterie, summieren sich zu abwechslungsreichen Songs, die vom Stillstehen abhalten. Auf die Bühne bringen die jungen Musiker eine Wagenladung roher Energie, die letztes Jahr schon, bei unseren Freunden vom Sammersee Festival, das Publikum überzeugte.

FIBEL

<iframe width="100%" height="360" src="https://www.youtube.com/embed/0HgcqARooF8" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

In Mannheim an der Popakademie wurden schon so einige musikalische Talente geboren und geformt. Manch einer ist Stromlinien geformt in den Charts gelandet, ein anderer trägt Aluhüte. So kann es gehen, wenn man nicht aufpasst. Diese junge Band, die sich FIBEL nennt, ist jedoch auf der Hut. Man muss sich nur ihre Lieder anhören, dann kriegt man schnell das Gefühl, dass sich hier keiner korrumpieren lässt und lassen wird. Rohe und raue Ehrlichkeit schlägt einem in den deutschen Texten entgegen, die Gitarren klingen genauso. Ein Stil zwischen Post-Wave und Post-Punk. Und Aufruhr und Unzufriedenheit mit der suboptimalen Weltsituation ist auch nicht zu überhören, der Rest ist Melancholie und Leiden auf der Suche nach sich selbst. Dazwischen wabern Soundgebilde, die alles zu energischen und dringlichen Liedern verwandeln, wie man sie von einer immer spannender werdenden deutschen Musikscene – Vertreten durch Bands wie z.B. Die Nerven, Isolation Berlin und Der Ringer – immer öfter, direkt bis an die Tür geliefert bekommt. Da bestellen wir doch gerne mit.

ZIMT

<iframe width="100%" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/Fuwn8ecOWTs" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Im Laufe Zeit hat es eine stattliche Anzahl an Augsburger Bands zu Berühmtheit außerhalb der Stadtmauern gebracht. Jüngstes Beispiel: Zimt, die ihre Anfänge – man möchte fast schon natürlich schreiben – beim Augsburger Label Kleine Untergrund Schallplatten gemacht haben. 
Auf jeden Fall haben sie es in ungeheuer kurzer Zeit auf die analogen und digitalen Seiten namhafter deutscher Musikmagazine gebracht. Daran ist zu einem Großteil ihr erfrischend rumpeliger Pop-NDW-Postpunk-Mix schuld. Er kommt nahezu ohne Gitarren aus, bietet dafür aber retro-schöne Keyboard Melodien, kurzangebundenes Schlagzeug und zwei weibliche Stimmen. Und erinnert nicht nur deswegen an bejubelte Bands wie Young Marble Giants (frühzeitliche Referenz) und Die Heiterkeit (neuzeitliche Referenz). Außerdem finden sich nicht nur Hornbrillenträger in den Texten wieder, sondern auch der allgemein aufgeschlossene und aufmerksame Zuhörer, der, wenn er denn will, auch etwas keck zu den Liedern tanzen kann. 
Auf dem Weg des Erfolges begleitet, haben sie zwei Institutionen der deutschen Musikintelligenzija. Zum einen das Hamburger Label Tapete Records, dem schon fast eine Augsburgaffinität nachgesagt werden kann, lassen sich doch auch Oliver Gottwald und Der Herr Polaris dort beim Plattenpressen helfen. Zum anderen wurde das Debütalbum „Glückstiraden“ von Zwanie Johnson produziert. Umso schöner, dass sie noch Zeit haben bei uns zu spielen (Zwinkersmiley).

AUGSBURGS FINEST MCs SOUNDCLASH

Dieses Jahr mit

Adin

Der Laute Gast

Fvtvre One

Jamal Jackson

 

hosted by Daily Rap

fakeodernews


Do - Sa // 13:00 - 19:00 Uhr

Eigentlich willst Du dich ja mehr mit gesellschaftspolitischen Themen beschäftigen!? Oder Du bist schon der volle „Politiknerd“?! Mit fakeodernews bieten wir für jeden kontroverse Fragen zu Politik und Gesellschaft in einem interaktiven Newsgame. Mit kritischen Themen, transparenten Quellen und und und. Auf dem Modular machen wir unsere Web App für dich live spielbar. Teste dich direkt vor Ort!

MILLIARDEN

<iframe width="100%" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/0UzDTKuC5JM" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Milliarden sind das Berliner Rockduo, auf das du gewartet hast. Ben und Johannes sind Milliarden bzw. Sänger und Pianist, und traten 2015 eine gut vernagelte Tür in der deutschen Musiklandschaft ein. Einmal drin in der Stube, hauten sie den ganzen Abgefuckten ihre erste EP um die Ohren. Raue und ehrliche Songs, in Wörter geworfene Emotionsladungen, die auf ihrer darauffolgenden LP „Betrüger“ nur noch dringender wurden. So dringend, dass die Zeit ihnen Punk-Spirit attestierte und eine Packung Lob ausschüttete. Sie selber singen: „die Welt braucht neue Lieder“. Wenn diese Lieder so schön nach Ton, Steine, Scherben klingen, dass Rio Reiser selber applaudieren würde, dann möchte man nicht irgendwelche Katy Perry Hits - der sie einen eigenen Song widmeten - sondern diese Lieder hier. Aufrichtigkeit, Aufruhr und einen Hang zum Undramatischen. Gute Lieder brauchen nicht viel, doch die beiden Soulmates können ihr Handwerk und deswegen sounds Milliarden like a million.

PHILIPPI MUSIC PROJECT

Anlässlich des Modularfestivals 2018 sollen die Beziehung zwischen Augsburg und Kapstadt intensiviert werden. Aus dem letzten Jahr kennt ihr PMP schon als mobiles Tonstudio, was sie mit großer Unterstützung des Downtown Music Institute auf dem Festivalgelände verwirklichen konnten.
In diesem Jahr präsentieren sie neben einem kleinen Set, einen feinen Track, der in Kooperation mit dem Augsburger Musiker Dot entstanden ist und sinnbildlich für einen neuen Austausch an Künstlern der Fuggerstadt mit Künstlern der wohl schönsten Metropole Afrikas stehen soll
Kommt zur Zeltbühne, schaut euch das feine und unaufgeregte Spektakel an und unterstützt diese gute Sache!

RED LAMA

<iframe width="100%" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/yZwkSmYiyhc" frameborder="0" allow="autoplay; encrypted-media" allowfullscreen></iframe>

Das Lama ist ja inzwischen sowas wie das Krafttier des wannabe Hipsters geworden. Deswegen sollte man sich aber nicht vom Bandnamen täuschen lassen. Nicht umsonst haben sie das flauschige Tier rot angemalt. Red Lama sind ein urgewalttiges Septett (von lat. septem: sieben - falls man da nicht so stark ist) aus Dänemark. Sieben Männer verschmelzen mit ihren Instrumenten, sieben Instrumente verschmelzen zu einem warmen, atmosphärischen Klangbild, dessen Rhythmus und Basis aus der klassischen 60er, 70er Rockmusik kommt. In den gerne ausufernden Stücken fließen dann Psychedelisches und Krautiges ein. Das sorget dafür, dass die Songs zu kaleidoskopischen Hörerlebnissen werden, die euch einsammeln werden, wenn ihr sie lasst. Auf dem Modular laden sie zur ihrer ersten Session in Deutschland ein, die man nicht verpassen sollte, wenn man Typ Bewusstseinserweiterung ist.

BÄRRY MOONLIGHT

DJ // KKlub // SA., 23:00 - 01:00 Uhr

 

DJ CMYK (EYSLW)

 

DJ // KKlub // SA., 01:00 - 03:00 Uhr

 

DJ HEAVY BELLY

 

DJ // KKlub // DO., 23:00 - 03:00 Uhr

 

DOMINIK MARZ & DAVID KOCHS

DJ // Terrasse // FR., 13:00 - 16:00 Uhr

hosted by auto.matic.music

 

ESSIKA

 

DJ // Terrasse // SA., 16:00 - 18:00 Uhr

hosted by Hamam Nights

 

KAROL TIP

 

DJ // KKlub // FR., 01:00 - 03:00 Uhr

 

LAMBORGINY DISCO

 

DJ // Bühne im großen Saal // SA., 23:30 - 03:00 Uhr

 

LIESA

 

DJ // Terrasse // SA., 13:00 - 16:00 Uhr

hosted by Hamam Nights

 

MELOMANI

DJ // Terrasse // FR., 16:00 - 19:00 Uhr

hosted by auto.matic.music

 

MERCREDI RECORDS

 

DJ // Foyer // DO., 23:30 - 03:00 Uhr

 

MITTONE

 

DJ // Bühne im großen Saal // DO., 01:00 - 03:00 Uhr

 

MR. OGGMANN

 

DJ // Foyer // SA., 23:00 - 03:00 Uhr

 

RESOM

 

DJ // Terrasse // SA., 18:00 - 20:00 Uhr

 

ROUGHMIX

 

DJ // KKlub // FR., 23:00 - 01:00 Uhr

 

SEDEF ADASI

 

DJ // Terrasse // SA., 20:00 - 22:00 Uhr

hosted by Hamam Nights

 

STEFAN SIEBER & TOBIAS SCHMID

 

DJ // Terrasse // FR., 19:00 - 22:00 Uhr

hosted by auto.matic.music

 

STEPHAN BOVENSCHEN

 

DJ // Terrasse // DO., 13:00 - 16:00 Uhr

 

STUWKRACHT

 

DJ // Terrasse // DO., 19:00 - 22:00 Uhr

 

TILL HENNIG & ARTJOM SCHMIDT

 

DJ // Terrasse // DO., 15:00 - 19:00 Uhr

 

VELI X VIWO

 

DJ // Foyer // FR., 23:00 - 03:00 Uhr

 

WIGGY POP

 

DJ // Foyer // DO., 22:30 - 23:30 Uhr